Die Wühlmaus hat eine Körperlänge von 12 – 22 cm und einen Schwanz der ungefähr der halben Körperlänge entspricht. Die Fellfarbe variiert von gelbbraun bis fast schwarz. Das Bäuchlein ist in der Regel heller.
Seinen Einzug in den Garten erkannt man, wie beim Maulwurf, an Erdhaufen. Allerdings sind die Erdhaufen niedriger als die Maulwurfshaufen und mit Pflanzenresten durchsetzt. Die Gänge der Wühlmaus befinden sich zwischen 5 cm bis zu 1 m unter der Erdoberfläche.
Wühlmäuse sind Vegetarier und lieben alle unterirdischen Pflanzenteile. Wurzeln, Knollen und Zwiebeln, aber auch Stängel, Blätter und Rinde landen in ihrer Speisekammer. Und da kommt es zum Konflikt zwischen Obstbaumfreund und Wühlmaus. Sie macht vor den Obstbaumwurzeln nicht halt und schwächt damit den Baum. Er wird anfällig für Krankheiten, Pilz- oder Mistelbefall. Gegen Wühlmäuse muss man den Obstbaum schützen.
Kaum geht es den Bäumen an den Kragen, oder in diesem Fall an die Wurzeln und schon ist es vorbei mit Naturschutz und Artenvielfalt?
Nicht ganz, denn auch die Wühlmäuse spielen im Ökosystem eine wichtige Rolle. Womöglich helfen sie sogar mehr Kohlenstoff im Boden zu halten und schützen damit das Klima. Denn Wühlmäuse legen unterirdisch Nahrungsdepots an, die auch mal vergessen werden und durchmischen die Erde mit pflanzlichen Überresten. Das genau ist auch die Methode beim Humusaufbau, und Humus ist nach den Ozeanen und den Mooren der drittgrößte Kohlenstoffspeicher der Erde.
Die beste Methode ist, den Wühlmäusen den Lebensraum Streuobstwiese madig zu machen ist, dass man es ihren natürlichen Feinden schön macht. Zu ihren Feinden gehören Mauswiesel, Fuchs, Iltis und Marder. Auch Schleiereule, Mäusebussard und Falke haben Wühl- oder Schermäuse auf ihrem Speiseplan. Für Mauswiesel und Iltis gibt es Lesesteinhaufen und Totholzstrukturen. Auf Ansitz-Stangen haben die Greifvögel einen super Blick in ihre „Speisekammer“. Darüber hinaus ist es sehr sinnvoll sich Gedanken darüber zu machen wie unsere Siedlungen für Eulen attraktiver werden können.
Die effizienteste Barriere ist, den neu gepflanzten Bäumen einen Wühlmauskorb mit ins Pflanzloch zu geben. Der Wühlmauskorb wird aus Maschendraht (Maschenweite ca. 15 mm) rund um die Wurzeln geformt. Der Korb ist deutlich größer als die Wurzeln und wird am Stamm locker zusammengedrückt. Er darf den Baum im Wurzel- und Stammwachstum nicht behindern.
Für die gepflanzten Bäume ist es sinnvoll die Wiese so zu pflegen, dass die Fressfeinde eine Möglichkeit haben die Wühlmäuse zu finden. Mulchmaterial (Grasschnitt, Holzschnipsel) um die Bäume sind z.B. eine super Deckung für die Mäuschen und machen es Mauswiesel und Falke schwer an die Beute zu kommen.
Was bedeutet das für die Wiese Mühlenkampstraße?
Rund um die jungen Bäumchen mit schwachem Wuchs und bereits vorhandenem Mistelbefall (Anzeichen von Problemen, womöglich Wühlmaus) muss die Baumscheibe gehakt werden. Die Bäume werden gedüngt und sollten sie noch wackelig auf der Wiese stehen müssen sie an Pfählen neu angebunden werden. Die Baumscheibe muss frei gehalten werden damit es die Wühlmäuse schwerer haben.
Um die Wiese für die Gegenspieler der Wühlmäuse attraktiver zu machen sind Totholzstapel, Lesesteinhaufen und Ansitzstangen eine Hilfe.


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