Bei einem Klarapfel, der eigentlich zu Apfelkompott verarbeitet werden sollte habe ich ein auffälliges Muster bemerkt. Einen Streifen der sich über eine Hälfte des Apfels zog.


Verantwortlich dafür ist die Apfelsägewespe. Es gibt auch eine Birnen- und eine Pflaumensägewespe.
Die Apfelsägewespe wird ca. 6–7,3 mm lang. Sie hat einen glänzenden, kompakten Körper, der auf der Oberseite schwarz und an der Unterseite hellbraun bis orange gefärbt ist. Die Beine haben eine gelblich-braune Farbe. Die Flügel sind durchscheinend und mit dunkelbraunen Adern durchzogen. Die Apfelsägewespe hat kurze neungliedrige fadenförmige Fühler.
Die Raupe der Apfelsägewespe, die für die Fraßspuren verantwortlich ist, ist weißgelb und hat einen dunkelbraunen Kopf. Durch ihre 10 Beinpaare unterscheidet sie sich von den Larven der Wicklern, da diese nur 8 Beinpaare haben. Die Raupe der Apfelsägewespe haben einen typischen Wanzengeruch.
Die Apfelsägewespe gibt es in ganz Europa. Nach dem 2. Weltkrieg hat sie sich auch in Nordamerika ausgebreitet.
Die Apfelsägewespe ist heimatverbunden, d.h. dort wo sie schlüpft bleibt sie auch. Sie ist an sonnigen Tagen um die Zeit der Apfelblüte unterwegs. Zur Eiablage schlitzt das Weibchen die Apfelblüte unterhalb der Kelchblätter auf und legt ein einzelnes Ei in die Öffnung. 6 – 14 Tage später frisst sich die Raupe erst unterhalb der Fruchthaut, dann spiralförmig bis zum Kerngehäuse vor. Dort knabbert sie an den Apfelkernen und hemmt damit die Weiterentwicklung der Frucht. Nach ca. 2 Wochen macht sie sich auf den Weg zum nächsten Apfel.
Ende Juni, Anfang Juli lassen sich die Larven auf den Boden fallen und bohren sich in den Boden. Hier überwintern sie als Nymphen im Ruhestadium und verpuppen sich im folgenden Frühling. Perfekt um zur Blütezeit der Apfelbäume unterwegs zu sein.
Die Larven können bis zu 3 Jahre im Boden überleben.
Der Gegenspieler der Apfelsägewespe ist die Schlupfwespenart Lathrolestes ensator die sich auf die Larven der Apfelsägewespe spezialisiert hat. Auch im Boden werden die Larven aufgespürt und von einer anderen Schlupfwespenart befallen, diese heißt Aptesis nigrocincta.
Was bedeutet das für die Wiese an der Mühlenkampstraße?
Es ist interessant zu wissen woher die Muster auf den Äpfel kommen. Ich habe nur diesen einen einzigen Apfel mit der auffälligen Zeichnung gesehen. Der Baum wird nicht dauerhaft geschädigt und ein hoher Ertrag steht nicht im Vordergrund. Für die Artenvielfalt ist es toll.
Weiterführende Literatur:
Der Atlas der Krankheiten, Schädlinge und Nützlinge in Obst- und Weinbau ist sehr umfangreich und geht auch sehr schön ausdrücklich auf die Nützlinge ein. Erschienen ist er im Leopold Stocker Verlag.


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