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Heuschrecken in der Wiese

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Geht man durch die Wiese, hüpfen nach allen Seiten kleine Tiere weg. Sie sind auf den ersten Blick kaum zu entdecken, aber ihr Gezirpe ist deutlich zu hören. Man muss stehenbleiben und genau hinsehen, um die Heuschrecken zu finden, die sich an Grashalme klammern. Jede heftige Bewegung scheucht sie auf. Sie verstummen, lassen sich fallen oder springen davon. Perfekt getarnt durch ihre graugrüne Farbe sind sie nur schwer wieder zu entdecken.

Bisher habe ich drei Arten identifizieren können: den gemeinen Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus), Roesels Beisßschrecke (Roseliana roesellii) und die gewöhnliche Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera)

Der gemeine Grashüpfer

Diese Heuschrecke lebt in großer Zahl auf unsere Wiese. Diese Art ist eine Kurzfühlerschrecke und gehört zur Familie der Feldheuschrecken. Sie sind zwar beflügelt, in der Regel aber flugunfähig. Die Tiere nutzen die Flügel zur Erzeugung ihres Gesangs, indem sie den Sägekamm an der Innenseite der Hinterschenkel über die Kanten der Flügeldecke streichen. Ab Juni lässt sich diese Heuschrecke beobachten.
Die Weibchen legen unabhängig von der Paarung mehrfach Eipakete im Boden ab. Die Eier überwintern und im nächsten Jahr schlüpft die neue Generation.

Roesels Beißschrecke

Von dieser Art habe ich nur ein Exemplar entdeckt. Roesels Beißschrecke gehört zu den Langfühlerschrecken und dort in die Familie der Laubheuschrecken. Anders als der Grashüpfer erzeugt das männliche Tier seinen Gesang durch das Reiben der Flügeldecken, für uns Menschen oft nur als Summen wahrnehmbar. Als Nahrung dienen Gräser, die an den Flächen abgeschabt werden. Die Eiablage erfolgt in markhaltige Stängel verschiedener Gräser, Kräuter oder auch Sträucher. Ab Ende Mai des nächsten Jahres schlüpfen die Larven.

Die gewöhnliche Strauchschrecke

Dieses Tier habe ich am Rand der Wiese im Gebüsch gesehen. Die Strauchschrecke ist ebenfalls eine Langfühlerschrecke aus der Familie der Laubheuschrecken. Sie bevorzugt Lebensräume mit höherer Vegetation, wie hoch wachsende Wiesen, Waldränder, Hecken. Die erwachsenen Tiere ernähren sich in erster Linie räuberisch von kleinen Insekten, aber auch Pflanzen wie Löwenzahn oder Brennnesseln gehören zum Nahrungsspektrum. Ihren Gesang erzeugen die Männchen mit den Flügeldecken. Die Weibchen legen die Eier im Boden oder in Totholz ab. Die Larven schlüpfen erst nach zwei Überwinterungen im übernächsten Jahr. Diese Art benötigt nur wenig Wärme und ist bereits ab 7 Grad Celsius aktiv.

Was können wir tun, um die Wiese als Lebensraum für die Heuschrecken zu erhalten? Ganz wichtig ist die Durchführung einer naturverträglichen Mahd, weiter gehören zu den Maßnahmen Verzicht auf Düngung, extensive Nutzung und Stehenlassen von Altgrasstreifen.

Weiterführende Links

Leitarten | Stiftung Rheinische Kulturlandschaft (rheinische-kulturlandschaft.de)

Heimische Heuschrecken – NABU

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