2.) Der Baum im Laufe der Jahreszeiten.
früher Winter – November und Dezember
Der Baum ist in Winterruhe, die Reservestoffe sind in den Wurzeln und im Holz (vor allem dem Stamm und dicken Ästen) gespeichert. Auf Schnittwunden kann der Baum in dieser Zeit nicht reagiert, es findet keine Wundheilung (Überwallung) statt, es kann zu Nekrosen (Absterben von Baumgewebe) kommen. Je länger die Zeit bis zum Ende der Winterruhe dauert um so umfangreicher kann das Gewebe absterben. In dieser Zeit sollte möglichst kein Baumschnitt erfolgen. Eine Ausnahme gibt es beim Pflanzschnitt von Jungbäumen. Da die Bäume im Herbst gepflanzt werden, werden sie auch zu dieser Zeit geschnitten.
später Winter – Januar bis März
(vor Blüten- und Blattaustrieb)
Ab dem Jahreswechsel werden die Reservestoffe zunehmend mobilisiert und verlagern sich aus den Wurzeln und dem Holz hin zu den Ästen und Knospen. Bei einem Schnitt zu dieser Zeit werden zwar einige Reservestoffe „geopfert“ d.h. abgeschnitten, allerdings überwiegt der Vorteil, dass der Zeitpunkt bis zur Wundversorgung durch den Baum näher rückt. Dies ist der optimale Zeitpunkt für den Bauschnitt.
Achtung, der Baum ist zu dem Zeitpunkt kurz von dem Blüten- und Blattaustrieb sehr sensibel. Knospen brechen leicht ab und die Rinde kann leicht platzen. Vorsicht beim Anlegen von Leitern. Der Vorteil ist, dass die Wundheilung auch bald einsetzt.
Frühling – März und April
(kurz vor und nach dem Blüten- und Blattaustrieb)
Der Baum transportiert Wasser und Nährstoffe in die Krone, er investiert nun viel Kraft in die Bildung von Blüten und neuen Trieben, die Rinde und die darunterlegenden Siebzellen sind sehr saftreich. Größere Wunden am Baum heilen in dieser Zeit am Besten. Die Rinde ist allerdings noch immer sehr empfindlich, auch ist die Konzentration an Schadorganismen inzwischen recht hoch.
Für frostanfällige Bäume wie z.B. Pfirsichbäume ist dieser Zeitpunkt ideal, Nekrosen werden durch den späten Schnittzeitpunkt reduziert.
Frühjahr und Frühsommer – April bis Juni
(Wachstumsphase)
Dies ist die Zeit der optimalen Wundheilung, allerdings sind die Schadorganismen nun auch am vitalsten. Im Obstbau wird in dieser Zeit nicht geschnitten.
Frühsommer – Juli
(Beendigung des Längenwachstums, Blütenknospendifferenzierung)
Der Baum erreicht die höchste Photosyntheseleistung und erzeugt einen Energieüberschuss der zu Holzwachstum und der Bildung von Reservestoffen führt. Zu dieser Zeit wird gerne der Sommerschnitt bei z.B. der Kirsche gemacht. Beim Sommerschnitt werden zum einen einjährige Triebe entfernt um die Beschattung von Früchten zu reduzieren, zum anderen sollen damit wüchsige Bäume beruhigt werden. Zum Sinn des Sommerschnitts gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.
Spätsommer – August bis September
Die Photosyntheseleistung nimmt ab, die Früchte und Knospen reifen, es kommt zu Spätholzbildung und der Einlagerung von Reserven. Zu dieser Zeit werden Obstbäume nicht geschnitten.
Herbst
Das Chlorophyll wird den Blättern entzogen, es kommt zum Blattfall und der letzten Einlagerung von Reserven. Zu dieser Zeit werden Obstbäume nicht geschnitten.
Weiterführende Links:
Baumpflegeportal – Was passiert im Baum?
Forst erklärt: Baumwachstum


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