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Die Sensenmahd

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Meditativ und insektenfreundlich.

Warum müssen Wiesen gemäht werden?

Wiesen sind Kulturflächen, sie sind so artenreich weil sie sich über Jahrtausende mit der Mahd entwickelt haben.

Wenn wir gar nicht mehr mähen, was würde passieren? Büsche und Sträucher, junge Bäume würden erst vereinzelt wachsen. Ganz schnell allerdings wäre ein kleiner Wald entstanden. Das ist toll, aber nicht für die Lebewesen die auf einer Wiese wohnen. Die brauchen es sonniger und sie brauchen die Blütenpflanzen die ein Wald nicht zu bieten hat.

Auf der Webseite von Wilde Wiesen Wendland findest du viele Informationen zur Bewirtschaftung von Wiesen.

Wie können Wiesen gemäht werden?

Kostengünstig und schnell sind die Kreiselmäher die auch gleich das Gras klein hächseln. Leider überleben viele Insekten, Larven, Raupen und auch die Eier diese Behandlung nicht. Sie werden regelrecht geschreddert.

Viel artenfreundlicher ist ein Balkenmäher oder eine Sense. Beide mähen langsamer und das Mahdgut muss von der Fläche geholt werden. Die Pflanzen werden nicht gehäckselt sonder bleiben lang. Der Samen kann gut rausfallen und die Tiere haben eine Möglichkeit zu fliehen.

Auf der Web-Seite des Saatgutherstellers Rieger-Hofmann gibt es eine schöne Aufstellung die zeigt, wie viele Frösche je nach Bewirtschaftungsart getötet oder verletzt werden.

Sensenmahd:
einfach, günstig, lebendige Geschichte

Entgegen der landläufigen Meinung, dass das Mähen mit der Sense schwierig sei ist es wirklich schnell zu lernen und einfach auszuführen. Innerhalb von Stunden hat man den Schwung raus. Das Ergebnis ist kein englischer Rasen, dafür braucht es einige Jahre Arbeit und Erfahrung, aber wenn das Gras ab ist, ist das schon ein guter Anfang. Und artenreiches Grünland soll ja strukturreich sein, das fängt schon bei unterschiedlich hohen Stängeln und Wiesenbereichen an.

Eine gute Sense kostet ca. 200,00 Euro, dann noch einen Dengelbock und einen Wetzstein. Alles zusammen sagen wir 300,00 Euro, ungefähr der Preis für einen mittleren Benzinrasenmäher. Weder die Sense noch der Dengel können kaputt gehen. Die 300,00 Euro sind eine einmalige Investition für die Ewigkeit. Und, man spart die Muckibude, nicht vergessen.

Vor noch gar nicht so langer Zeit hatte jeder auf dem Land eine Sense im Schuppen hängen. Sie war ein Handwerkszeug wie ein Hammer oder die Bohrmaschine und auf die Idee, dass jemand keine hat ist niemand gekommen. Vergleichbar mit einem Handy heute, wenn man keins hat, ist man ein Sonderling.

Dengeln und Wetzen – so wird die Sense scharf

Das Wetzen ist innerhalb kürzester Zeit gelernt. Hier ein 4 Minuten Film bei YouTube.

Das Dengeln ist etwas kniffliger als das Mähen. Aber mit einem Schlagdengelapparat, Konzentration und regelmäßigen Schlägen ist es schnell erledigt.

Die Firma Schröckenfux (Hersteller von Sensen) hat einen interessanten Film gemacht..

Meditation & Sport

Sobald der Kopf frei ist von den Gedanken „Kann ich das?“ – „Mach ich das richtig?“ – „Das sieht doch doof aus?“ – „Wieso ist das so buckelig?“ kommt der Flow. Der Körper dreht sich rhythmisch, die Vögel zwitschern und der Kopf wird immer leichter. Das ist der Moment den ich liebe.

Das Mähen mit der Sense ist anstrengend, es spart definitiv das Schlafmittel. Mich macht es glücklich, der Alltag ist innerhalb kürzester Zeit vergessen. Ich finde nicht, dass es den Rücken einseitig belastet. Mit meinen 61 Jahren, eher schwächlicher Konstitution und nur 160 cm Körpergröße gelingt es mir zufriedenstellend zu mähen. Von Jahr zu Jahr werde ich besser und einen englischen Rasen habe ich gar nicht im Sinn.