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Leg los, rette die Welt.

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Wir helfen dir deiner Idee Leben einzuhauchen.

Von der ersten Idee zu einem erfolgreichen Projekt

Wir möchten dir helfen deine Idee zum Natur- oder Klimaschutz in Wunstorf umzusetzen. Schreibe eine Email: streuobst@heimatverein-wunstorf.de. Wir melden uns!

Wie starte ich ein ökologisches Engagement?

In dem ersten Jahr der Streuobst AG ist mir aufgefallen wie wichtig die richtigen Kontakte, ein beiläufig geäußerter Tipp oder eine helfende Hand sind um ein ökologisches Projekt zum Laufen zu bringen und am Leben zu halten. Gerne möchten wir Menschen mit guten Ideen auch in persönlichen Gesprächen unterstützen, ihnen Türen öffnen oder eine Hand reichen. Wir, die Menschheit braucht jede gute Idee und jedes Engagement! Es wäre schade wenn ungenutzt Potential verloren gehen würde.

Wo fange ich an?

Bei mir begann es mit einem Blick auf die Wunstorfer Streuobstwiesen, sie sahen so verwunschen aus. Die Bäume waren lange nicht geschnitten worden und von Misteln befallen. Viele Bäume standen als Habitatbäume auf der Wiese, toll für Insekten, Fledermäuse oder Spechte aber nur so ganz am Rand, im Nebengebiet sozusagen, im Sinn einer Streuobstwiese. Irgendwer müsste sich einmal kümmern. Mit diesem „irgendwer“, mit dieser billigen Ausrede, diesem Abschieben von Verantwortung wollte ich mich nicht aus der Affäre ziehen und habe überlegt, wenn ich mich kümmern wollte, wie könnte ich mich dazu befähigen? Ich habe einen Bildungsurlaub (muss nichts mit dem ausgeübten Beruf zu tun haben) gebucht in Potshausen, Friesland. Es ging um die ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen. In einer Woche ein Schnelldurchlauf in Obstbäume angucken, schneiden, veredeln und pflanzen, dann noch Wiesenökologie und Sensenmahd. Ich war begeistert. Alles Outdoor, bei super Wetter (ich weiß, ist nicht immer so) und mit tollen Obst-Verrückten. Danach ging es weiter mit einer Ausbildung zum Obstbaumwart auf Gut Adolphshof in Hämelerwald. Über 2 Jahre, viele Wochenenden die Module pauken, dazu noch Schnittübungen in ganz Niedersachsen (in Niedersachsen regnet und graupelt es wirklich viel, vor allem wenn ich auf einer Leiter stehe und die Obstbäume schneiden möchte). Die Kosten von 2000,00 Euro habe ich selbst getragen, dazu kommen noch ca. 1000,00 Euro für Werkzeug, Bücher, Übernachtungen. Kein billiger Spaß. Aber ich war zu dem Zeitpunkt schon so angefixt, da ging kein Weg mehr zurück.

Die Essenz ist, manchmal brodelt etwas in einem, verursacht geistige Blähungen oder verfolgt einen eine ganze Zeit. Nicht immer fällt einem dieses Grübeln sofort auf, manchmal weiß man aber auch gar nicht wo man anfangen soll. Bei mir hat der Bildungsurlaub den Kopf freigeräumt und mir gezeigt wo der Weg beginnen könnte, dass es sich lohnt anzufangen und, dass ich damit nicht alleine bin, dass es mehr Menschen gibt die sich engagieren möchten, die ganz andere Wege gehen und ganz andere Lösungen für sich gefunden haben. Lauter sympathische, kreative, liebenswerte Spinner.

Wen kann ich fragen?

Ein Baumwartkollege hat in einer kurzen abendlichen Präsentation darüber berichtet wie er mit seinem Projekt begonnen hat, woher die Fördergelder kamen und dass sein größtes Problem die Nachbarn waren.

Seine Informationen zu den Fördergeldern haben mir die Augen geöffnet, plötzlich habe ich erkannt wie es gehen kann. Wie eine Umsetzung funktionieren kann. Nach einiger Recherche habe ich mich nach gut einem Jahr Ausbildung zur Obstbaumwartin auf den Weg gemacht und über den Ortsbürgermeister ein Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht. Irgendwie war ich zur richtigen Zeit zur Stelle und hatte ein sehr positives Gespräch und habe den Tipp bekommen, ich solle mir einen Verein suchen. An der Stelle hatte ich mir deutlich mehr Dornen vorgestellt, dass das so einfach ging hat mich verblüfft. Da ich Erfahrungen mit dem Öffentlichen Dienst habe, hatte ich mich auf langwierige Debatten und zähe Verhandlungen eingestellt und nicht dieses – Tolle Idee, das können wir umsetzen. Ich hatte Glück, das braucht es auch. 

Durch ganz großen Zufall hatte ich wegen eines alten Birnbaums kurz vorher Kontakt zum Heimatverein aufgenommen und auch von dem Streuobst-Engagement erzählt. Ich habe ein paar Tage später vom Heimatverein die Info bekommen, das mit dem Birnbaum als Naturdenkmal, das wird wahrscheinlich nix, aber das mit dem Streuobst-Engagement, das möchten sie unterstützen. So bin ich an einen Verein gekommen, wieder pures Glück.

So nun schauen wir es uns einmal ganz genau an, woher habe ich Informationen und Unterstützung bekommen? Ohne die Ausbildung zum Obstbaumwart hätte ich die Kontakte inkl. der Informationen nie erhalten. Seminare, Webinare oder auch Exkursionen helfen, dort treffe ich Menschen die mir vielleicht nicht sofort eine 1 : 1 Lösung liefern aber meine Gedanken in eine hilfreiche Spur bringen. Da ich öffentlichen Grund bewirtschaften möchte benötige ich die Stadtverwaltung für Absprachen und Hilfsleistungen. Je mehr Leute ich dort kennen lerne, ihnen zeige, dass es mir ernst ist und, dass ich zuverlässig bin, desto besser. Je größer so ein Netzwerk ist umso hilfreicher. Inzwischen haben wir als Streuobst AG Kontakte zum NABU, zu den Imkern, zu Schulen, zum Mehrgenerationenhaus, zum Naturpark Steinhuder Meer,  … Kontakte knüpfen, auf Andere zugehen, nicht nur Hilfe annehmen, sondern auch Unterstützung geben, das ist das Netz zum Erfolg.

Bei NABU Wissen gibt es interessante Kurse und auch Links um Mitzumachen und zum Vernetzen.

Was genau möchte ich tun?

Aus den ganzen Gedanken und Recherchen formt sich mit der Zeit die Ursuppe deines Engagements. Nun musst du dich hinsetzen und extrahieren was du genau willst. Welches Problem soll gelöst werden? Wie möchtest du es umsetzen? Wer soll mitmachen? Welchen Titel bekommt dein Engagement? Schau es auch einmal aus den Augen anderer an. Wie bekommst du die Leute vom Sofa hoch (das wird vielleicht die größte Anstrengung werden)? Warum sollen sie mitmachen wollen? Was bietest du ihnen? Bei Aktion Mensch kann man sein Engagement eintragen, man wird entlang eines Fragenkatalogs geleitet, probiere ihn aus, auch wenn du dich dort nicht listen möchtest. Der Fragenkatalog hat mir ganz viele Augen geöffnet (also deutlich mehr als 2).

Wo kommen Verbündete her?

Ein paar MitstreiterInnen kannte ich schon aus meinem vorhergehenden ökologischen Engagement, aber so richtig ging es mit einer Infoveranstaltung los. Einen Raum hat mir der Heimatverein zur Verfügung gestellt. Ich habe mit Adobe Express einen Flyer erstellt und mit PowerPoint eine Präsentation zusammengebastelt. Auf der Web-Seite von Wunstorf fand ich die Email-Adressen der Vereine, ich habe alle angeschrieben. Durch den Heimatverein gab es einen Kontakt zur Presse und die Flyer habe ich von der Bücherei, über Ökoläden bis zur Sparkasse ausgelegt. Und dann das Bauchkribbeln, wird jemand kommen? Es kamen welche, so um die 40 Interessierte. Eine Liste in die sich die BesucherInnen mit Email-Adresse eintragen konnten war sehr hilfreich, der erste Email-Verteiler! Ich hatte das gar nicht auf dem Schirm, eine helfende Hand hat still und leise die Liste rumgehen lassen.

Mit Social Media ist das alles viel einfacher. Mehr Aufmerksamkeit mit weniger Anstrengung.

Der nächste Schritt ist schwieriger. Die Leute haben Interesse, wollen mithelfen – was sollen sie tun? Hier fängt der Plan an. Ich habe die MitmacherInnen gefragt, was sollen wir tun. Hatte einige Vorschläge in petto und los ging es, Schritt für Schritt, oft miit ganz vielen Zweifeln und Rückschlägen. Wichtig ist, weitermachen!

Wie finanziert man das alles?

Die Finanzierung von ökologischen Projekten ist nicht so schwer. Geld ist da, man muss es nur klug anstellen und engagiert formulieren. Ein wenig Marketing-Erfahrung hilft ungemein. Die Geldgeber können unter anderen sein:

BINGO-Umweltstiftung
Volksbank
Sparkasse Hannover
Crowdfunding
Ortsrat
KSG-Nachhaltigkeitspreis

Bei konkreten Projekten Handel oder Wirtschaftsunternehmen fragen, ganz oft rennt man da offene Türen ein.

Wie gesagt, melde dich, wir meinen es ernst mit unserem Hilfsangebot in Wunstorf!

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