Immer wieder werden wir gefragt: „Warum macht ihr das? Das ist doch Aufgabe der Stadt.“
Wir kümmern uns in Wunstorf ehrenamtlich um die städtischen Streuobstwiesen. Die meisten PassantInnen und AnwohnerInnen finde unser ehrenamtliches Tun toll, bedauern oft, dass sie aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht mitmachen können.
Einige allerdings hinterfragen unser Engagement. Also, warum ist es sinnvoll, dass wir uns engagieren?
Ja, es ist sehr sinnvoll, sich ehrenamtlich für Streuobstwiesen zu engagieren! Streuobstwiesen sind nicht nur wertvolle Kulturlandschaften, sondern auch bedeutende Ökosysteme, die viele ökologische, kulturelle und soziale Vorteile bieten. Hier sind einige der wichtigsten Gründe, warum ein ehrenamtliches Engagement für Streuobstwiesen eine wertvolle und lohnende Aufgabe ist:
1. Erhalt der Biodiversität:
Streuobstwiesen bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Sie sind besonders wertvoll für zahlreiche Insektenarten wie Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer sowie für Vögel und kleine Säugetiere. Viele dieser Arten sind heute selten geworden und auf Streuobstwiesen angewiesen.
Ehrenamtliche Pflege, wie das Pflanzen neuer Bäume, das Ernten und die regelmäßige Mahd der Wiesenflächen, hilft, diese Artenvielfalt zu schützen und zu fördern.
2. Klimaschutz und Nachhaltigkeit:
Streuobstwiesen sind langfristige Kohlenstoffspeicher. Die Bäume binden CO₂, und durch die extensive Bewirtschaftung wird zusätzlich der Boden geschützt und die Humusschicht gefördert, die ebenfalls CO₂ speichert.
Lokale Streuobstwiesen reduzieren außerdem die Notwendigkeit von langen Transportwegen für Obst und unterstützen eine nachhaltigere, regionale Landwirtschaft.
3. Kultureller Wert und Erhalt alter Obstsorten:
Streuobstwiesen beherbergen oft alte, seltene Obstsorten, die auf modernen Plantagen nicht mehr angebaut werden. Durch ehrenamtliches Engagement können diese Sorten erhalten und verbreitet werden, was zur genetischen Vielfalt beiträgt und wertvolle, robuste Sorten für die Zukunft sichert.
Die Pflege und Ernte der Wiesen fördert auch traditionelles Wissen und kulturelle Praktiken, die oft über Generationen weitergegeben wurden.
4. Bildung und Umweltbewusstsein:
Streuobstwiesen eignen sich hervorragend als Bildungsorte. Ehrenamtliche können Führungen, Workshops oder Ernteaktionen organisieren und dadurch das Umweltbewusstsein stärken, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.
Diese Aktivitäten schaffen Verständnis für ökologische Zusammenhänge und die Bedeutung nachhaltiger Landnutzung.
5. Gemeinschaft und soziale Verbindung:
Ehrenamtliche Arbeit auf der Streuobstwiese stärkt die Gemeinschaft. Durch gemeinsame Arbeit wie Baumpflanzaktionen, Pflegemaßnahmen oder Erntetage entstehen soziale Kontakte und ein Gefühl der Verbundenheit.
Viele Initiativen und Vereine bieten ehrenamtliche Programme an, bei denen Menschen aller Altersgruppen zusammenkommen, um sich gemeinsam für die Natur einzusetzen.
6. Eigene Ernte und gesunde Lebensmittel:
Ehrenamtlich Aktive haben oft die Möglichkeit, an der Ernte teilzunehmen und regionales, unbehandeltes Obst direkt von den Bäumen zu genießen oder es zu Saft und Most zu verarbeiten. Das fördert eine gesunde, saisonale Ernährung und ermöglicht eine enge Verbindung zur Natur.
Insgesamt ist ehrenamtliches Engagement auf der Streuobstwiese eine wertvolle Tätigkeit, die Natur und Mensch gleichermaßen zugutekommt. Indem man sich einbringt, leistet man nicht nur einen Beitrag zum Naturschutz und zur Kulturlandschaftspflege, sondern gewinnt auch ein erfüllendes Hobby und eine Verbindung zur Umwelt und zur Gemeinschaft.


Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.