Wir ziehen um nach streuobstwunstorf.de

Warum werden Obstbäume geschnitten?

Published by

on

Können wir die Obstbäume nicht einfach in Ruhe lassen? Sie sind doch Natur und wissen selbst was gut für sie ist.

Wenn es so einfach wäre, wäre das toll. Allerdings sind die Obstbäume mit ihren großen Früchten nicht so sehr Natur wie es auf den ersten Blick scheint. In Jahrhunderten haben wir aus den kleinen, wilden Früchten unsere jetzt bekannten Sorten gezüchtet. Große, süße Früchte die gut schmecken, lange lagerfähig sind und bei einem Transport nicht sofort braune Flecken bekommen. Die Baumstabilität ist schon auch wichtig, aber ein eher untergeordnetes Züchtungsziel.

Das Schneiden der Bäume auf einer Streuobstwiese ist aus mehreren Gründen wichtig, um die Gesundheit der Bäume zu fördern, die Erträge zu sichern und die Wiese als ökologisch wertvollen Lebensraum zu erhalten. Hier sind die Hauptgründe:

Fruchtgröße und Qualität: Ein gezielter Schnitt sorgt dafür, dass der Baum weniger, aber dafür größere und qualitativ hochwertige Früchte trägt. Ohne Schnitt könnte der Baum zu viele kleine und minderwertige Früchte produzieren.

Regulierung des Ertrags: Schneiden verhindert Alternanz (jährlicher Wechsel zwischen starkem und schwachem Fruchtansatz) und sorgt für regelmäßige Erträge.

Bessere Licht- und Luftdurchlässigkeit: Durch das Entfernen dichter Äste können Sonnenlicht und Luft besser in die Baumkrone eindringen, was die Reifung der Früchte fördert und Krankheiten vorbeugt.

Förderung der Vitalität: Der Schnitt regt das Wachstum neuer, kräftiger Triebe an und hilft, alte oder kranke Äste zu entfernen.

Krankheitsvorbeugung: Durch das Entfernen von toten, kranken oder beschädigten Ästen wird die Ausbreitung von Pilzkrankheiten und Schädlingen reduziert.

Vermeidung von Astbruch: Überladene oder unvorteilhaft wachsende Äste können brechen, was den Baum schwächt und ihn anfälliger für Krankheiten macht.

Stabile Kronenstruktur: Ein regelmäßiger Schnitt hilft, eine ausgewogene und stabile Krone zu formen, die Wind und Witterung besser standhält.

Erhalt der gewünschten Form: Gerade bei Hochstämmen auf Streuobstwiesen ist es wichtig, eine hohe, breite Krone zu erhalten, die robust ist und eine gute Ernte erleichtert.

Langfristige Pflege: Regelmäßiger Schnitt hilft, den Baum gesund zu halten und seine Lebensdauer zu verlängern. Ein gut gepflegter Obstbaum kann über 100 Jahre alt werden.

Verjüngung: Alte Bäume können durch gezielten Rückschnitt verjüngt werden, was ihnen neue Kraft gibt.

Lebensraum für Tiere: Das Beschneiden schafft Strukturen, die Lebensräume für Vögel, Insekten und Fledermäuse bieten.

Artenvielfalt: Durch den Schnitt wird die Streuobstwiese als vielfältiger Lebensraum erhalten, da gesunde Bäume auch mehr Nahrung und Schutz für Tiere bieten.

Bessere Zugänglichkeit: Eine gut gepflegte Baumkrone erleichtert die Ernte und reduziert den Aufwand beim Pflücken.

Maschineneinsatz: Bei extensiver Bewirtschaftung ermöglicht ein gut geformter Baum die Nutzung von Maschinen für Mahd oder Ernte.

Zeitpunkt: Meist erfolgt der Schnitt im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, bevor der Baum austreibt. Ein Sommerschnitt kann zur Feinregulierung oder Verjüngung erfolgen.

Methoden: Es gibt verschiedene Schnittarten wie den Erziehungsschnitt (bei jungen Bäumen), den Erhaltungsschnitt (bei ausgewachsenen Bäumen) und den Verjüngungsschnitt (bei alten Bäumen).

Fazit: Der Baumschnitt auf einer Streuobstwiese ist essenziell, um gesunde, ertragreiche Bäume zu erhalten, die zugleich wichtige ökologische Funktionen erfüllen. Er trägt dazu bei, die langfristige Nutzung der Wiese und ihre Bedeutung für die Biodiversität zu sichern.