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Kein Obstbaumschnitt bei kühlem Regenwetter!

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Trotz ergiebigen Regens haben wir uns heute auf der Streuobstwiese Mühlenkampstraße getroffen. Wir konnten 10 Himbeerpflanzen eingraben, danach haben wir ein paar junge Misteln entfernt. Wegen des kühlen, sehr feuchten Wetters haben wir weder zur Handschere noch zur Säge gegriffen, denn kühles Regenwetter im Dezember erhöht die Gefahr von Pilzerkrankungen bei Obstbäumen.

Erfreulicherweise hatten wir die wichtigen Dinge nicht vergessen und konnten bei warmem Apfel-Punsch und Waffeln „fachsimpeln“.

Das Schneiden von Apfelbäumen bei kühlem Regenwetter im Dezember kann problematisch sein, insbesondere wegen der erhöhten Feuchtigkeit, die das Risiko für Pilzinfektionen erhöht. Hier sind einige Überlegungen dazu:

Gefahr durch Pilzinfektionen

• Wundheilung: Apfelbäume benötigen trockenes Wetter, damit die Schnittwunden schneller austrocknen und sich nicht von Pilzsporen infizieren. Bei Regen bleiben die Wunden feucht, was die Wahrscheinlichkeit von Infektionen wie durch Nectria (Rotpustelkrankheit) erhöht.

• Sporenverbreitung: Regen fördert die Verbreitung von Pilzsporen. Besonders bei bereits bestehenden Infektionen in der Umgebung (z. B. an anderen Bäumen) erhöht sich die Ansteckungsgefahr.

Kühle Temperaturen

• Im Winter ist der Baum in der Vegetationsruhe, was bedeutet, dass die Wundheilung langsamer abläuft. Dies ist im Prinzip nicht schlecht, da weniger Saftfluss besteht, aber kombiniert mit Feuchtigkeit kann dies die Infektionsgefahr erhöhen.

Empfehlungen

• Trockenes Wetter bevorzugen: Wählen Sie einen frostfreien, aber trockenen Tag für den Schnitt. Idealerweise sollte die Luftfeuchtigkeit niedrig sein, und es sollte kein Regen in Sicht sein.

• Werkzeuge desinfizieren: Saubere und scharfe Werkzeuge minimieren das Infektionsrisiko. Nach jedem Schnitt an einem kranken Baumteil sollten die Werkzeuge desinfiziert werden.

• Stark befallene Äste entfernen: Falls Pilzinfektionen bereits vorhanden sind, sollten diese Äste komplett entfernt und aus dem Garten entsorgt werden (nicht auf dem Kompost).

• Schnittzeitpunkt anpassen: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, den Schnitt auf das zeitige Frühjahr zu verschieben, wenn das Wetter stabiler und trockener ist.

Es können mehrere Pilzerkrankungen auftreten. Die häufigsten und gefährlichsten sind:

1. Rotpustelkrankheit (Nectria galligena)

Symptome:

• Rote bis orange Pusteln auf toten oder geschädigten Rindenteilen.

• Bildung von Krebswunden (eingesunkene, nekrotische Bereiche), die den Baum schwächen und das Holz schädigen.

Gefahr:

Die Sporen dieses Pilzes sind besonders aktiv bei feuchtem Wetter und kühlen Temperaturen. Schnittwunden sind ideale Eintrittspunkte.

Bekämpfung:

Entfernen und Entsorgen befallener Äste (nicht kompostieren). Schnitt bei trockenem Wetter durchführen.

2. Obstbaumkrebs (ebenfalls verursacht durch Nectria-Arten)

Symptome:

• Krebsartige Wunden mit nekrotischem Gewebe an Ästen und Stamm.

• Harzaustritt oder abgestorbene Rindenbereiche.

Gefahr:

Kann sich aus kleinen Schnittwunden ausbreiten und den Baum langfristig schwächen oder abtöten.

Bekämpfung:

• Großzügiges Herausschneiden der kranken Stellen.

• Glätten der Wundränder, um die Heilung zu fördern.

• Schnitte nur bei trockenem Wetter.

3. Echter Mehltau (Podosphaera leucotricha)

Symptome:

• Weißlicher, mehliger Belag auf Knospen, Blättern und jungen Trieben.

• Verkrüppelung und schwaches Wachstum der betroffenen Bereiche.

Gefahr:

Die Infektion erfolgt oft bereits im Vorjahr; feuchte Wunden können eine Übertragung begünstigen.

Bekämpfung:

Befallene Triebe und Knospen entfernen, Rückschnitt bis ins gesunde Holz.

4. Wundfäulepilze (z. B. Armillaria, Holzfäule)

Symptome:

• Pilzfruchtkörper an Stamm und Wurzeln.

• Abbau des Holzes und Schwächung des Baumes.

Gefahr:

Besonders bei größeren Schnittwunden kann Feuchtigkeit das Eindringen solcher Pilze fördern.

Bekämpfung:

Größere Schnittflächen möglichst vermeiden oder mit Wundverschlussmittel behandeln.

5. Schorf (Venturia inaequalis)

Symptome:

• Dunkle, korkige Flecken auf Blättern und Früchten.

• Schwächung der Erträge.

Gefahr:

Schorf überwintert auf abgefallenem Laub, und feuchte Bedingungen fördern die Sporenverbreitung. Schnitt im Regen kann die Infektion begünstigen.

Bekämpfung:

Regelmäßiger Rückschnitt zur Förderung der Belüftung; befallenes Laub entfernen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Pilzinfektionen:

1. Schnitt bei trockenem Wetter durchführen: Pilze benötigen Feuchtigkeit, um ihre Sporen zu verbreiten und in den Baum einzudringen.

2. Werkzeuge desinfizieren: Dies reduziert die Übertragung von Krankheiten zwischen Schnitten oder Bäumen.

3. Garten sauber halten: Entfernen Sie abgefallenes Laub und Obst, da viele Pilze dort überwintern.

4. Baumgesundheit fördern: Ein gesunder Baum ist widerstandsfähiger gegen Infektionen. Achten Sie auf ausreichend Licht, Nährstoffe und Belüftung der Krone.

Feuchte Witterung im Dezember kann also verschiedene Pilzerkrankungen fördern, besonders die Rotpustelkrankheit und Obstbaumkrebs, die spezifisch auf Schnittwunden abzielen.