Wie unterscheidet sich eine Streuobstwiese von einer Obstplantage?
Eine Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstanbaus, bei der hochstämmige Obstbäume verschiedener Arten und Sorten verstreut auf einer Wiese wachsen. Sie bietet nicht nur eine Erntequelle, sondern auch einen wertvollen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.
Unterschied zur Obstplantage
1. Baumform:
• Streuobstwiese: Hochstämmige, weit auseinander stehende Bäume mit einer langen Lebensdauer (oft über 100 Jahre).
• Obstplantage: Meist niederstämmige oder Spalierbäume, die dicht beieinander gepflanzt werden und früher geerntet werden.
2. Pflege & Bewirtschaftung:
• Streuobstwiese: Extensive Bewirtschaftung, selten gespritzt oder gedüngt, meist ohne künstliche Bewässerung.
• Obstplantage: Intensive Pflege mit regelmäßigem Schnitt, Bewässerung und Schädlingsbekämpfung.
3. Ökologische Bedeutung:
• Streuobstwiese: Hohe Biodiversität, Lebensraum für viele Insekten, Vögel und Säugetiere.
• Obstplantage: Geringere Artenvielfalt, meist Monokulturen.
4. Ernte & Nutzung:
• Streuobstwiese: Handgepflücktes oder aufgesammeltes Obst, oft für Most, Saft oder Direktverzehr.
• Obstplantage: Maschinelle Ernte, meist für den Verkauf in Supermärkten.
Obstarten auf einer Streuobstwiese
Auf einer Streuobstwiese wachsen viele verschiedene Obstarten, darunter:
Äpfel
Birnen
Kirschen (Süß- und Sauerkirschen)
Pflaumen / Zwetschgen / Mirabellen
Quitten
Walnüsse und Haselnüsse (manchmal)
Typische Obstsorten
Viele Sorten auf Streuobstwiesen sind alte, robuste und regionale Sorten, die sich an das Klima und die Bodenverhältnisse angepasst haben. Beispiele:
Äpfel
• Boskoop
• Kaiser Wilhelm
• Jakob Fischer
• Berlepsch
• Goldparmäne
Birnen
• Williams Christ
• Gute Luise
• Köstliche von Charneu
• Vereinsdechantsbirne
Pflaumen & Zwetschgen
• Hauszwetschge
• Bühler Frühzwetschge
• Mirabelle von Nancy
Kirschen
• Schattenmorelle (Sauerkirsche)
• Burlat (Süßkirsche)
• Kassins Frühe
Quitten
• Konstantinopler Apfelquitte
• Portugiesische Birnenquitte
Streuobstwiesen sind nicht nur eine nachhaltige Form der Landwirtschaft, sondern auch ein Kulturgut mit hoher ökologischer Bedeutung!


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