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Unsere Wiese im Jahreslauf – August 2023 –

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Wie bereits im Juli habe ich mich auch im August auf den Bereich A des Geländes konzentriert. Dort gab es viel zu beobachten.

So bieten hohle Baumstämme Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Sei es ein Vogelnest oder Raum für Ameisen. In Erde, die sich in den Hohlräumen sammelt, siedeln sich Pflanzen an.

Weiter finden sich verschiedenste Pilze und Flechten.
Während die Baumpilze parasitär leben und damit auf Dauer schädlich für den Baum sind, trifft dies auf Flechten nicht zu. Der Baum dient ihnen als Haftunterlage und sie ernähren sich durch Photosynthese.

Blühpflanzen kommen nur in wenigen Arten und dann auch nur in begrenzter Zahl vor. Aber im östlichen Randbereich gab es einen Bestand an Wiesen-Bärenklau. Dort zeigte sich die generelle Beliebtheit von Doldenblütlern bei vielen Insektenarten. Wespen, Fliegen, Schwebfliegen oder auch Ameisen holen sich Nektar. Beeindruckend ist die Vielfalt an Fliegenarten. Meist kennen wir nur die Stubenfliege oder die dicken Brummer. Aber es gibt noch viele andere mehr.

Die Wanzenarten, die ich gefunden habe, ernähren sich von Pflanzensäften oder Beeren. Entsprechend der Nahrungsvorlieben habe ich die Lederwanze im westlichen Randbereich an Brombeersträuchern entdeckt und die Streifenwanze am Wiesen-Bärenklau.

Im Gras hüpfen verschiedene Arten von Heuschrecken. Hierzu gibt es bereits einen eigenen Beitrag.

Außerdem habe ich beim Gang durch das Gras immer Hunderte von sehr kleinen Tierchen aufgescheucht. Es handelt sich um den unscheinbaren Graszünsler, ein im Grasland sehr häufiger kleiner Falter.

Es gibt aber nicht nur einzelne Tiere zu entdecken, man kann auch kleine Dramen beobachten. So wird der vierbindige Schmalbock durch eine Haus-Feldwespe von der Blüte des Wiesen-Bärenklau vertrieben. Auf einer anderen Blüte wird eine Wespe massiv von braunen Wegameisen bedrängt, die die Konkurrentin verscheuchen wollen.
An einer anderen Stelle ist ein unscheinbarer Graszünsler in das Netz einer Spinne geraten und wird gerade zu einem Paket verschnürt.

Bei all den Entdeckungen ist natürlich zu bedenken, dass es immer auch zufällige Entdeckungen sind. Für eine genaues Bild der Fauna und Flora wären regelmäßigere Beobachtungen nötig, etwa im Wochenrhythmus. Neben der Jahreszeit sind auch die Tageszeit, das Wetter und die Temperatur von Bedeutung für das Ergebnis.
Aber ich denke, dieser kleine Gang durch das Jahr zeigt bereits, wie vielfältig und spannend das Leben auf einer Streuobstwiese ist.

Fortsetzung folgt