Wir ziehen um nach streuobstwunstorf.de

StoLa: pädagogisches Konzept

Published by

on

Warum setzen wir uns in Wunstorf für Streuobstwiesen ein?

Die Wunstorfer Streuobstwiesen sind über nahezu das gesamte Stadtgebiet verstreut und somit für viele BürgerInnen, Kitas und Schulen gut zu erreichen. Als sehr positiv besetzte, artenreiche Biotope eignen sie sich hervorragend für ein weit gefächertes Naturerleben. Neben dem Erforschen des Habitats, dem Ausüben alter Kulturtechniken wie der Sensenmahd oder dem Verarbeiten des Obstes bis hin zu Lesungen oder Open-Air-Ausstellungen sind viele interessante und prägende Aktivitäten möglich. Die Streuobstwiesen sind ideale Orte für Mitmach-Veranstaltungen, Erntefeste oder als „fruchtige“ Klassenzimmer.

Bildung & Mitmachen

Zum einen möchten wir als AG Streuobst des Heimatvereins Wunstorf an Hand von Streuobstwiesen Natur-Wissen vermitteln und zwar für alle Altersstufen vom Kindergarten bis ins Seniorenheim. Wir nehmen das Motto: „Nur was ich kenne, werde ich lieben und schützen.“ ernst. 

Zum anderen soll es ein Natur-Erleben sein. Unter dem Slogan: „Kinder, raus in die Natur!“ möchten wir vor allem Familien, Schulen und Kitas ansprechen und in Ferienpass- und Mitmachaktionen die Menschen in intensiven Kontakt mit der Natur bringen.

Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen

Seit dem 08.05.2023 setzen wir uns als AG Streuobst des Heimatvereins Wunstorf für die Pflege der Streuobstwiesen, die Vermittlung von Wissen und die Organisation von Mitmachveranstaltungen ein. Nach der Durchführung von sehr erfolgreichen Veranstaltungen zum Tag der Streuobstwiese und im Rahmen der Ferienpassaktion der Stadt Wunstorf möchten wir unsere Zusammenarbeit mit Schulen intensivieren. 

Wir werden im Jahr 2025 ein StreuobstLabor ausstatten um die Themen Streuobst, Biodiversität, Artenvielfalt aber auch Klimawandel oder Landwirtschaft mit Kindern zu ergründen und zu besprechen. Das Labor kann im Klassenraum und auf dem Pausenhof zum Einsatz kommen. Idealerweise wird es allerdings auf den Streuobstwiesen aufgebaut.

Um das StreuobstLabor, kurz StoLa optimal auszustatten erstellen wir in einem ersten Schritt ein pädagogisches Konzept für die Altersgruppe 6 – 10 Jahren. Das StoLa soll von Schulen oder Kitas genutzt werden können. Lehrkräfte oder Betreuer können uns ansprechen und mit uns eine Zusammenarbeit planen. Langfristig streben wir eine Zusammenarbeit mit StreuobstpädagogInnen an die das Wissen rund um Streuobstwiesen vermitteln.

Pädagogisches Konzept für die Wunstorfer Streuobstwiesen
Altersgruppe 6 – 10 Jahre

Die Lernziele sind:

Natur- und Umweltwissen:

  • Kennenlernen der Streuobstwiese als Lebensraum:
  • Verständnis für die Artenvielfalt (z. B. Bäume, Insekten, Vögel, Säugetiere, Pflanzen).
  • Wissen über den ökologischen Wert von Streuobstwiesen (z. B. Bestäuber, Bodenschutz, Klimaausgleich).

Verstehen des Lebenszyklus eines Obstbaumes:

  • Von der Blüte über die Frucht bis zur Samenbildung und Vermehrung.
  • Vermittlung von landwirtschaftlichen und ökologischen Zusammenhängen:
  • Bedeutung von nachhaltiger Nutzung, Pflege und Erhalt von Streuobstwiesen.

Gesundheit und Ernährung:

  • Erkennen der Bedeutung von Obst für eine gesunde Ernährung.
  • Wissen über die Verarbeitung von Obst (z. B. zu Saft, Marmelade, Trockenfrüchten).

Jahreszeiten und Naturprozesse:

  • Verständnis für die Jahreszeiten und deren Einfluss auf die Natur (Blütezeit, Wachstum, Ernte, Winterruhe).
  • Kennenlernen von Wetter- und Klimafaktoren, die Streuobstwiesen beeinflussen.

Wertschätzung der Natur:

  • Entwicklung von Empathie und Respekt gegenüber Pflanzen, Tieren und der Umwelt.
  • Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit natürlichen Ressourcen.

Bewusstsein für Nachhaltigkeit:

  • Sensibilisierung für die Bedeutung von Naturschutz und Biodiversität.
  • Verständnis für die Rolle von Streuobstwiesen im Klimaschutz und in der regionalen Lebensmittelproduktion.

Emotionale Bindung zur Natur:

  • Aufbau einer emotionalen Verbindung zur Streuobstwiese als Erlebnisraum.
  • Freude und Begeisterung für Naturerfahrungen durch spielerisches und kreatives Lernen.

Teamarbeit und Zusammenarbeit:

  • Förderung der sozialen Interaktion durch Gruppenaktivitäten (z. B. Obsternte, Bauprojekte, Spiele).
  • Gemeinsames Planen und Umsetzen von Aufgaben (z. B. Pflege eines Baumes, Anlegen von Blumenwiesen).

Verantwortungsübernahme:

  • Verantwortung für einen Baum, eine Pflanze oder ein Projekt übernehmen.
  • Fördern von Eigeninitiative und Mitbestimmung.

Praktische Fähigkeiten:

  • Umgang mit Werkzeugen (z. B. Scheren, Rechen, Obstpressen) sicher erlernen.
  • Pflegearbeiten an Streuobstwiesen durchführen (z. B. Baumschnitt, Mulchen, Pflanzung).
  • Verarbeitung von Obst zu Lebensmitteln (z. B. Apfelsaft pressen, Marmelade kochen).

Sensorische Erfahrungen:

  • Schulung der Sinne durch Ertasten, Riechen und Schmecken von Obst und Pflanzen.
  • Förderung der motorischen Fähigkeiten durch handwerkliche Tätigkeiten und Bewegungsspiele.
  • Verstehen von ökologischen Kreisläufen (z. B. wie Bestäuber und Obstbäume voneinander abhängen).
  • Reflektion von Handlungen und deren Einfluss auf die Umwelt (z. B. Was passiert, wenn es keine Bienen gibt?).
  • Entwickeln von Ideen zur Erhaltung von Streuobstwiesen und zur Förderung der Biodiversität.

Zusammenfassung der zentralen Lernziele

  • Wissen über Natur und Umwelt erwerben.
  • Werte wie Respekt und Verantwortung für die Natur entwickeln.
  • Fähigkeiten in der praktischen Arbeit und Teamarbeit erlernen.
  • Erfahrungen machen, die ihre Wahrnehmung und Verbundenheit zur Natur stärken.

Die Lerninhalte sind:

  • Aus welchen Bestandteilen besteht ein Baum?
  • Kulturobst und Wildobst (Veredelung)
  • Lebenszyklus – vom Samen bis zum Habitatbaum
  • Wasser- und Nährstofftransport
  • Photosynthese
  • Jahreszeitenzyklus: Winterruhe = Obstbaumschnitt – Blüte + Blätter  – Fruchtwachstum – Ernte
  • Woran erkenne ich eine Streuobstwiese?
  • Tiere der Streuobstwiese
  • Pflanzen auf der Streuobstwiese
  • Jahreszeitenzyklus: Winterruhe – Nestbau (Tiere) und Wachstum (Pflanzen) – Brut- und Blütezeit –
  • Vogelzug und Mahd
  • Vom Wildapfel zum Kulturapfel
  • Wie die Römer uns das Obst bescherten.
  • Alte Sorten, was ist das?
  • Geschichten, Lieder und Märchen
  • Kulturtechniken rund um den Obstbaum (z.B. Veredelung, Dörren, Saft pressen)
  • Eine Streuobstwiese, viele Biotope.
  • Tiere auf der Wiese – Tiere auf der Weide – Weidetiere
  • Pflanzen auf der Wiese – Pflanzen auf der Weide
  • Ab wann wird es unseren Äpfeln zu warm?
  • Welche Obstsorten wachsen in Zukunft bei uns?
  • Wirtschaftsobst – Tafelobst
  • Unsere Obstarten: Kern-, Stein- und Beerenobst
  • Ernte und Erntetechniken
  • Obstverarbeitung: Saft pressen, Kompott kochen, Müsli

Praktische Tätigkeiten:

  • Obst ernten, sortieren, verarbeiten (z. B. Saft pressen, Marmelade herstellen).
  • Pflege der Streuobstwiese: Bäume schneiden, Nistkästen bauen, Wildblumen säen.
  • Bodenproben entnehmen und analysieren, um das ökologische Verständnis zu fördern.

Werkstattarbeit:

  • Einrichten von Mitmachstationen, an denen Kinder und Jugendliche experimentieren können (z. B. Unterschiede zwischen verschiedenen Obstsorten entdecken).

Naturerfahrungsspiele:

  • Barfußpfade gestalten, die sensorische Wahrnehmung fördern.
  • Schatzsuchen oder Rallyes, bei denen Kinder spielerisch die Artenvielfalt der Streuobstwiese entdecken.

Erlebnisorientierte Lernformen:

  • Übernachtungen oder Outdoor-Camps auf der Wiese, um die Natur auch bei Nacht zu erleben.
  • Geschichten und Märchen rund um Obstbäume und Wiesen erzählen.

Naturbeobachtung:

  • Insekten und andere Tiere der Streuobstwiese mit Lupen oder Becherlupen beobachten und bestimmen.
  • Wachstum von Bäumen dokumentieren und Jahreszeitenveränderungen erkunden.

Mini-Forschungsprojekte:

  • Wie beeinflusst der Standort die Obstqualität? Welche Rolle spielen Bestäuber wie Bienen oder Hummeln?
  • Wetterstationen oder Klimaprojekte aufbauen, um lokale Umweltbedingungen zu untersuchen.

Kunst aus der Natur:

  • Basteln mit Naturmaterialien wie Blättern, Ästen oder Früchten.
  • Landart-Projekte, bei denen Kunstwerke direkt in der Landschaft entstehen.

Geschichtenerzählen und Schreiben:

  • Kinder können Geschichten über „ihre“ Obstbäume schreiben.
  • Gemeinsames Erstellen eines „Naturtagebuchs“ oder eines Jahreskalenders mit Fotos und Zeichnungen von der Streuobstwiese.

Teamarbeit:

  • Projekte, bei denen Gruppen gemeinsam Lösungen finden, wie z. B. einen Obstbaum pflanzen und pflegen.
  • Gemeinschaftliche Erntetage mit anschließendem Picknick oder Kochen.

Kooperation mit lokalen Experten:

  • Zusammenarbeit mit Förstern, Imkern oder Naturschutzorganisationen, um Wissen weiterzugeben.
  • Intergenerationelles Lernen, bei dem Ältere ihr Wissen über traditionelle Obstsorten und Pflege weitergeben.

Nachhaltigkeit thematisieren:

  • Den ökologischen Wert von Streuobstwiesen als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten hervorheben.
  • Den Zusammenhang zwischen lokaler Landwirtschaft, Biodiversität und Klimaschutz vermitteln.

Projektarbeit:

Entwickeln von Konzepten, wie Streuobstwiesen langfristig geschützt und gepflegt werden können.

  • Frühling: Obstbaumblüte beobachten, Bestäuber kennenlernen.
  • Sommer: Wiesenkräuter entdecken, Lebensräume erforschen.
  • Herbst: Erntefeste organisieren, Apfelmost herstellen.
  • Winter: Ruhephase der Natur erkunden, Bäume und Tierspuren im Schnee beobachten.
  • Befragung der Kinder
  • Dokumentation
  • Feedback der Lehrkräfte und Begleitpersonen

Ausstattung und Materialien

Lupen, Mikroskop, Thermometer, Zollstock, Maßband, Bodenbestimmungs-Set

Vivarien, Schaufel, Spaten, Bestimmungshilfen, Exponate

Veredelungsmesser, Handschere, Sägen, Akuschrauber und -bohrer, Hammer, diverses Werkzeug

Decken, Kissen, Sonnensegel

Kooperation und Vernetzung

Partner:
Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten, ÖSSM, Imkern, Nabu Wunstorf, Landwirten, Obst- und Gartenbauvereinen, Naturpark Steinhuder-Meer, Bücherei Wunstorf, usw.

Öffentlichkeitsarbeit:
Web-Seite, Soziale Medien, Veranstaltungen wie der Tag der Streuobstwiese, Führungen und Workshops für die Gemeinde, Teilnahme an Wettbewerben, usw.

Beispiele für Aktivitäten auf der Wiese:

Für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren sind Aktivitäten besonders wirksam, wenn sie spielerisch, praktisch und multisensorisch gestaltet sind. Hier sind spezifische Beispiele und Ideen, die an die Fähigkeiten und Interessen dieser Altersgruppe angepasst sind:

Frühling: „Entdeckungsreise in die Blütenwelt“

Blütenforscher unterwegs:

  • Mit Lupen die Obstbaumblüten betrachten, Teile der Blüte bestimmen und ihre Funktionen erklären (z. B. Blütenblatt, Staubfaden, Stempel).
  • Blüten mit Bienen beobachten: Warum brauchen Bäume Bienen?

Kreative Aufgaben:

  • Blütenbilder aus gepressten Blüten basteln.
  • Eine Geschichte erfinden: „Das Abenteuer der kleinen Ameise auf der Streuobstwiese“.

Spiele:

  • Bestäuberspiel: Kinder schlüpfen in die Rolle von Bienen, fliegen zwischen „Blüten“ (bunte Tücher oder Karten) und sammeln „Pollen“ (Klettpunkte).

Sommer: „Lebensräume erforschen“

Tier- und Pflanzenwelt entdecken:

  • Mit Becherlupen kleine Lebewesen (z. B. Käfer, Schmetterlinge, Ameisen) beobachten und mit Bestimmungsbüchern kennenlernen.
  • Kräuterwanderung: Wiesenpflanzen wie Löwenzahn oder Gänseblümchen bestimmen und probieren (z. B. als Kräuterbutter).

Forschungsprojekt:

  • Eine „Insektenzählung“ durchführen: Welche Tiere leben auf der Wiese? Die Ergebnisse in einer Tabelle festhalten.

Kreative Aufgaben:

  • Mandalas aus gesammelten Blättern, Blüten und Gräsern legen.
  • Einen „Lebensraum-Wimmelbild“ malen: Welche Tiere und Pflanzen leben in der Streuobstwiese?

Herbst: „Erntezeit und Verwandlung“

Praktische Aufgaben:

  • Obst ernten und verarbeiten: Äpfel sammeln, sortieren und mit einer Handpresse Saft herstellen.
  • Geschmackstest: Verschiedene Obstsorten probieren und bewerten – wie unterscheiden sie sich?

Kreative Aufgaben:

  • Basteln mit Obst und Naturmaterialien (z. B. Apfeldrucke, Herbstkränze aus Blättern).
  • Eine „Apfelgeschichte“ schreiben: Wie wird aus einem Apfel ein Apfelbaum?

Spiele:

  • Apfelstaffel: Wer kann am schnellsten einen Apfel auf einem Löffel durch einen Parcours tragen?
  • „Obstkorb-Spiel“: Ein Bewegungsspiel, bei dem Kinder die Rolle von verschiedenen Obstsorten übernehmen.

Winter: „Natur in der Ruhephase“

Spurenlesen:

  • Tierspuren im Schnee oder auf dem Boden entdecken und bestimmen.
  • Nistkästen untersuchen: Welche Tiere haben hier vielleicht gewohnt? Einen eigenen Nistkasten bauen.

Kreative Aufgaben:

  • Winterbilder gestalten: Schneeflocken, Bäume im Frost, Tiere im Winter.
  • Geschichten schreiben: „Was macht der Apfelbaum im Winter?“

Praktische Aufgaben:

  • Samenbomben herstellen, um im Frühjahr Blumenwiesen anzulegen.
  • Obstbaum-Quiz: Spielerisch die Teile eines Obstbaums und deren Bedeutung wiederholen.

Ganzjährig: „Wir gestalten die Streuobstwiese gemeinsam“

Langfristige Projekte:

  • Einen eigenen kleinen Baum pflanzen und über die Jahre begleiten.
  • Tagebuch führen: Was passiert mit „meinem“ Baum im Laufe des Jahres? Wie wächst er, was blüht und welche Tiere besuchen ihn?

Gemeinschaftsaktionen:

Gemeinsames Anlegen von Wildblumenflächen oder Bau von Insektenhotels.

Ein „Erntedankfest“ auf der Wiese feiern mit Spielen, Geschichten und gemeinsamem Essen.

Soziale und spielerische Elemente

Diese Altersgruppe liebt Spiele und Geschichten. Deshalb können pädagogische Inhalte z. B. durch:

  • Rollen- und Bewegungsspiele: Kinder spielen Tiere oder Bäume und erleben durch Bewegung und Interaktion die Zusammenhänge in der Natur.
  • Erzählstunden und Märchen: Geschichten über die Streuobstwiese oder ihre Tiere (z. B. der „Schlaue Apfelbaum“) fördern die Fantasie.

Diese Methoden fördern die kindliche Neugier, die Verbundenheit mit der Natur und das Verständnis für ökologische Zusammenhänge auf spielerische Weise.