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Wundermittel: Komposttee

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Auf der Wiese „Wilde Blüten, wilde Bienen“ stehen junge Obstbäume die uns Sorgen machen. Die Wiese beherbergt viele Wühlmäuse und einige Bäume zeigen Verletzungen am Stamm. Neben dem hacken der Baumscheibe möchten wir die Bäume gezielt stärken indem wir den Boden verbessern.

Eine Idee ist Komposttee:

Was ist Komposttee und wie wirkt er?

Komposttee ist ein flüssiger Extrakt, der aus hochwertigem, reifem Kompost hergestellt wird. Er enthält eine Vielzahl von Mikroorganismen, Nährstoffen und biologisch aktiven Substanzen, die den Boden und die Pflanzen stärken.

Die Wirkungsweise von Komposttee ist auf mehrere Bereiche verteilt:

• Er reichert den Boden mit nützlichen Mikroorganismen (z. B. Bakterien und Pilzen) an, die die Bodenstruktur verbessern und die Nährstoffverfügbarkeit erhöhen.

• Diese Mikroorganismen unterdrücken krankheitserregende Organismen und schaffen ein gesundes Bodenmilieu.

• Die Wurzeln profitieren von einer besseren Aufnahme von Nährstoffen durch die Symbiose mit Mikroorganismen.

• Komposttee kann als Blattapplikation eingesetzt werden, um Pflanzen gegenüber Krankheiten zu stärken (z. B. durch Bildung einer schützenden Mikrofilmschicht).

• Der Tee liefert direkt verfügbare Nährstoffe in geringer Konzentration, ähnlich einem sanften Dünger.

Einsatz bei jungen Obstbäumen

Komposttee ist besonders nützlich bei jungen Obstbäumen, weil:

Wurzelwachstum gefördert wird: Die Mikroorganismen stimulieren das Wachstum von Feinwurzeln, was die Nährstoffaufnahme verbessert.

Stressresistenz steigt: Junge Bäume sind empfindlicher gegenüber Trockenheit, Krankheiten oder schlechten Bodenbedingungen. Komposttee hilft, die Belastbarkeit zu erhöhen.

Natürlicher Schutz: Die Mikroorganismen können Krankheitsdruck (z. B. Pilze) mindern, der jungen Bäumen oft zusetzt.

Anwendungshäufigkeit

Bodenapplikation: Alle 4–6 Wochen während der Wachstumsperiode (Frühjahr bis Spätsommer).

Blattapplikation (optional): Alle 2–3 Wochen, besonders bei Anzeichen von Stress oder Krankheitsanfälligkeit.

• Komposttee kann als Ergänzung 2–3 Mal pro Jahr (Frühjahr, Frühsommer, Herbst) ausgebracht werden.

Herstellung von Komposttee

Zutaten und Utensilien:

1. Reifer Kompost: Gut zersetzter Kompost aus verschiedenen organischen Materialien (idealerweise ohne Krankheitsbefall).

2. Wasser: Chlorfreies Wasser (Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser).

3. Luftzufuhr: Eine Aquarienpumpe oder ein Rührstab, um Sauerstoff einzubringen.

4. Behälter: Ein sauberes Fass oder Eimer (mindestens 10 Liter).

5. Optionale Zusätze:

• Zucker (z. B. Melasse) oder Algenextrakt als Nahrung für Mikroorganismen.

• Gesteinsmehl oder Wurmhumus zur Nährstoffanreicherung.

1. Behälter füllen: Den Eimer mit 2/3 Wasser füllen.

2. Kompost hinzufügen: 1–2 Handvoll Kompost in einen Stoffbeutel (z. B. aus Baumwolle) geben und ins Wasser hängen. Alternativ den Kompost direkt ins Wasser geben und später filtern.

3. Belüftung starten: Sauerstoff einbringen, indem Sie die Aquarienpumpe einschalten oder regelmäßig umrühren.

4. Zusätze zugeben: Falls gewünscht, einen Teelöffel Melasse und andere Zusätze einrühren.

5. Gärzeit: Den Tee 12–24 Stunden bei Raumtemperatur ziehen lassen. Nicht länger, da sich sonst schädliche Mikroorganismen vermehren können.

6. Verwendung: Den Tee sofort nach der Herstellung verwenden. Filtern, wenn Sie eine Sprühflasche benutzen.

Boden: Gießen Sie den Tee direkt um den Stamm, sodass er in die Wurzelschicht einzieht.

Blätter: Mit einer Sprühflasche oder einem Sprühgerät auf die Blätter auftragen (nur bei trockenem Wetter, morgens oder abends).

Zusammenfassung

Komposttee ist eine effektive und umweltfreundliche Methode, um junge Obstbäume zu fördern und zu schützen. Eine regelmäßige Anwendung, alle 4–6 Wochen während der Wachstumsperiode, unterstützt die Entwicklung der Wurzeln, stärkt die Pflanzen gegen Krankheiten und verbessert die Bodenqualität. Die Herstellung ist einfach, erfordert aber frischen Kompost und Belüftung, um optimale Ergebnisse zu erzielen.